Mein Herz – Niemandem

 Else Lasker-Schüler (1869 – 1945)

„Mein Herz – Niemandem“ – Ein Portrait

als Solo oder gemeinsam mit dem Ensemble Tityre

„Nichts geschieht wirklicher als in meinem Kopf“

Eine Frau dichtet ihr Leben und lebt ihre Dichtung

Hörbeispiel „Viva“

 

Lasker-Schülers Prosatext „Mein Herz“ erschien erstmals (1910) in der Kunstzeitschrift „Der Sturm“ als ein Briefroman, dessen Fortsetzungen in Berlins Kaffeehäusern, dem Hauptwohnort der Dichterin, mit Spannung erwartet wurde.

Das Ensemble Tityre hat Passagen aus dem Roman ausgewählt und sie zu einer Rede montiert, die die Kaffeehaus-Öffentlichkeit portraitiert und sich gleichzeitig an sie wendet. Die Schauspielerin Sabine von Rothkirch steht vor einer Staffelei und rezitiert beim Versuch, ein „richtiges“ Herz zu malen, Briefe. Bissiger Spott über illustre Kaffeehausgäste, ironische Gnade und leises Innehalten wechseln einander ab. Flöte (Annette Hermeling), Oboe (Nicolas Wallach) und Klavier (Bettina Pfeiffer) erzeugen eine Klangwelt, die die unterschiedlichen Facetten der Lasker-Schülerschen Prosa hervorhebt: das Freche, fast Kabarettistische, das Melancholische, das Schrille und nicht zuletzt auch das Ernste als Ausdruck der Bedrohung durch den aufkommenden Faschismus. Gedichte Lasker-Schülers und Zeitzeugenberichte ergänzen das Porträt und lassen die einzigartige Stimmung der Berliner Gründerzeit wieder aufleben.

„Das Ensemble Tityre verstand es von den ersten Tönen an, Caféhaus-Atmosphäre zu verbreiten.“, schrieb die Rhein-Main-Zeitung.